Moderne Technik für neue Energie 

Immer wieder mal schaut eine Delegation aus Japan vorbei. Jedoch nicht, um sich im Kurmittelhaus von Bad Lobenstein an Moorpackungen oder Massagen zu erfreuen. Auch nicht, um die müden Glieder in den wohltemperierten Becken mit dem gesunden Quell- und Heilwasser zu erfrischen. Die Gäste aus dem fernen Osten zieht es hinab in den Keller der Ardesia-Therme, zu Wärmetauschern, Schaltschränken und Filteranlagen, die innerhalb von zwei Stunden das Beckenwasser komplett reinigen.

In dem Moorheilbad, erbaut im Jahr 2002, ist der Energieverbrauch der zweitgrößte Kostenblock. Er sollte begrenzt werden, gleichzeitig wollte man etwas für die Umwelt tun. „Die Thüringer Energie AG hat ein speziell auf uns zugeschnittenes Konzept entwickelt, das gemeinsam mit unseren Haustechnikern umgesetzt wird“, sagt Geschäftsführerin Regina Nordhauß. „Wir haben unseren Verbrauch reduzieren und die Kosten auf dem Stand des Jahres 2010 halten können. Darauf sind wir sehr stolz.“

In einem ersten Schritt wurde die Wärme aus dem Rückspülwasser der Badebecken mithilfe von Wärmepumpen genutzt, um die Becken zu beheizen. Das Rauchgas des Erdgaskessels wurde als weitere Wärmequelle für die Wärmepumpen eingesetzt, um es von 75 Grad Celsius auf 30 Grad zu kühlen. „Wir haben unseren Erdgasverbrauch um 40 Prozent absenken können und statt 3,5 Millionen nur noch 2,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbraucht. Das entspricht einer Einsparung von 20.000 Euro“, sagt Regina Nordhauß.

In einem weiteren Schritt kam 2013 ein Blockheizkraftwerk hinzu. Die Ardesia-Therme, deutschlandweit die einzige Therme mit Schieferboden in Bad und Saunen, bezieht nun überhaupt kein Erdgas mehr. „So haben wir unseren Ausstoß an Kohlendioxid um jährlich 500 Tonnen verringern können. Um diese Mengen zu binden, braucht es 40.000 Buchen“, rechnet Regina Nordhauß vor.

Weitere Maßnahmen sollen folgen, zum Beispiel effizientere Pumpen. „Wir haben mit der Thüringer Energie AG einen tollen Partner und noch viele Ideen“, sagt die umtriebige Geschäftsführerin, die davon überzeugt ist, dass ihre Methoden zur Wärmerückgewinnung grundsätzlich auch von anderen Bädern oder Thermen angewandt werden können. „Aber jedes Haus muss seinen eigenen, individuellen Weg gehen.“

Seit 1876 ist Bad Lobenstein Kurort. „Wald, Berge, Wasser – wir haben hier alles“, schwärmt die Geschäftsführerin von ihrer Region. Dass die Gäste nicht nur wegen der Landschaft kommen, sondern auch wegen der Technik in ihrer Therme, findet sie toll. Man muss übrigens kein Japaner sein, um sie sich anzuschauen. Jeder kann das tun. Aber bitte vorher anmelden!

Weitere Informationen unter: www.ardesia-therme.de