Neue Energie für soziale Projekte

Wo sich früher die Schornsteine in den Himmel reckten, ernten heute bläulich schimmernde Solarmodule Sonnenstrom – ganz ohne schmutzige Abgase. Im Gegenteil, es duftet frisch: Zwischen den Modulen wachsen Gräser und Blumen. Kaum zu glauben, dass hier, mitten in Gera, einmal ein Gaswerk stand. Die Anlage, wie die gesamte Stadt, wurde im zweiten Weltkrieg von den Amerikanern massiv bombardiert. In Folge des Bombardements und des langjährigen Betriebs gelangten große Mengen an Schadstoffen in den Boden, der bis heute belastet ist. Dadurch ist eine Bebauung ausgeschlossen. Was jedoch möglich war: Ein Solarpark. „Für einen Solarpark konnte das Gelände freigegeben werden, da keine Menschenansammlungen zu erwarten sind“, sagt Rüdiger Erben, Prokurist und Leiter Vertrieb und Beschaffung der Energieversorgung Gera (EGG). Seither tummeln sich auf dem 32.000 Quadratmeter großen Areal 4.900 Photovoltaik-Module zur Erzeugung von klimafreundlichem Ökostrom. Mit ihrer Nennleistung von 1,17 Megawatt erzeugt die Anlage rund 1.100 Megawattstunden Sonnenstrom pro Jahr. Damit können rund 400 Dreipersonenhaushalte ein ganzes Jahr versorgt werden. Zudem wird der CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung im gleichen Zeitraum um 780 Tonnen verringert. Ziemlich gute Werte für ein belastetes Gebiet.

Sonne speist Sozial- und Umweltfonds

Gera SolarparkDoch bei der Errichtung des „Solarparks Gaswerkstraße“ ging es nicht nur darum, umweltfreundlichen Strom zu erzeugen: Gleichzeitig bekommt der Boden eine Pause und hat Zeit, sich zu erholen. „Die Fläche war da und gehörte schon immer zum Unternehmen. Wir konnten sie nur nicht nutzen“, sagt Erben. „Da haben wir überlegt, was man mit dem Gelände machen kann.“ Schnell war klar, dass eine Solaranlage hier gleich in mehrfacher Hinsicht sinnvoll ist. Um zu sehen, wie sich die Bodenwerte entwickeln, läuft parallel ein Grundwasser-Monitoring-Programm. Für die kommenden 20 Jahre, das ist schon heute klar, gibt es zum Solarpark jedenfalls keine Alternative. Und das ist auch gut so. Denn mit den Einnahmen aus dem Solargeschäft engagiert sich die Energieversorgung Gera im sozialen Bereich. „Uns ist stark daran gelegen, unser direktes regionales Umfeld zu unterstützen“, sagt Rüdiger Erben. Im laufenden Jahr stecken rund 7.000 Euro im „Sozial- und Umweltfonds“ des Unternehmens. „Wir möchten bewusst eine große Bandbreite an unterschiedlichen Projekten unterstützen und freuen uns über alle Bewerbungen“, sagt Erben. Einzige Voraussetzung: Die Bewerbungen müssen sozial-ökologisch motiviert sein. Die Botschaft: „Unsere Energie für Ihre Projekte!“, sagt Rüdiger Erben.

Insektenhotel und Naschobststräucher für den Schulgarten

Solarpark Gera

In den vergangenen Jahren wurden mit dem Sozial- und Umweltfonds der EGG etliche Einrichtungen unterstützt: Darunter ist die Idee, den Rettungshundeverein Gera mit leistungsstarken Taschenlampen bei der Suche nach Vermissten zu unterstützen. Oder einen Kindergarten bei einem Projekt zur Energieeinsparung zu helfen. In einem Projekt aus dem Vorjahr ging es darum, einen Schulgarten nachhaltig und kindgerecht umzugestalten. „Der Schulgarten war in die Jahre gekommen und für den Unterricht der Kinder nicht mehr wirklich zweckmäßig“, sagt Erben, „wir halfen dann mit Mitteln aus dem Fonds, neue Hochbeete zu errichten, Naschobststräucher zu pflanzen, ein Insektenhotel und ein Vogelhäuschen zu bauen. So konnte eine schöne Umgebung für die Kinder geschaffen werden.“ Die Energieversorgung Gera zeigt mit ihrer Solaranlage und dem Sozial- und Umweltfonds, dass auch auf unfruchtbarem Boden große Ideen wachsen können. Profiteure sind die Bürger der Stadt: Ihre Umgebung bekommt frische Luft, der Boden kann sich erholen und gleichzeitig werden Teile der Energieversorgung auf klimafreundliche Technologien umgestellt. Und das Sahnehäubchen obendrauf: In der Region werden soziale Projekte gefördert.

http://www.energieversorgung-gera.de