Weniger gibt mehr

Rund 73 Millionen Liter Milch verarbeitet die Molkerei alljährlich zu Joghurt, Sahne, Käse oder Butter. Die Produktion ist sehr energieintensiv. Die Kühlung ist für die Qualität der Produkte ebenso wichtig wie die Erzeugung von Dampf für die Sterilisation der Verpackungen. „Die betriebliche Energieeffizienz ist unerlässlich in Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit und die Wachstumschancen unserer Molkerei“, sagt Geschäftsführerin Rita Weimann.

Auch aus ökologischen Gründen, um den CO2-Ausstoß zu senken, entschied sich das Unternehmen deshalb zur Teilnahme an einem Landesprogramm zur Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen. Das war im Jahr 2010. Experten überprüften den Betrieb abteilungsübergreifend auf Energieverbrauch und Einsparpotenziale. „Seither verstehen wir es als laufenden Prozess, an der Energieeffizienz unseres Unternehmens zu arbeiten“, betont Rita Weimann. 

Schwerpunkt der Maßnahmen war zunächst die Durchführung detaillierter Messprogramme. Daraus folgte die Umstellung des Dampfkessels, des einzigen Wärmeerzeugers, von Öl- auf Gasbetrieb und die Modernisierung der Steuerung. Anschließend wurde der Joghurterhitzer erneuert. Er steuert Joghurt-, Sauermilch- sowie Sahneprodukte und benötigt sowohl Wärme als auch Kälte in großen Mengen.

Beeindruckende 729.503 Kilowattstunden pro Jahr sparte allein die Erneuerung des Joghurterhitzers ein, weitere 573.013 Kilowattstunden der Dampfkessel. So konnten allein durch diese beiden Maßnahmen der CO2-Ausstoß um über 700.000 Kilogramm und die jährlichen Kosten um über 300.000 Euro gesenkt werden. Auch dank der Fördermittel hatten sich die Investitionen innerhalb eines guten Jahres amortisiert.

Damit waren die Maßnahmen aber keineswegs abgeschlossen. Die HERZGUT Landmolkerei führte weitere Messungen durch: 68 Einzelverbräuche und damit der komplette Energieaufwand des Unternehmens wurden über einen Zeitraum von bis zu fünf Wochen systematisch erfasst. Sie sind Grundlage für ein Projekt zur langfristigen und nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz und der Verbesserung des Klimaschutzes. Es beinhaltet eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, die alle Bereiche der Energieumwandlung betreffen: Wärme, Wärmerückgewinnung, Warmwasser, Kälte, Kaltwasser, Druckluft, Antriebe und Beleuchtung.

„Angesichts der hohen Energieverbräuche in einer Molkerei spielt die langfristige Senkung des Verbrauchs und der Energiekosten eine dauerhafte Rolle“, sagt Geschäftsführerin Rita Weimann. Sie rät anderen Unternehmen, sich viel eigenes Know-how im Bereich Energieeffizienz anzueignen. „Die Qualifizierung eines Mitarbeiters zum Energiebeauftragten – zum Beispiel über die IHK – ist unbedingt anzuraten.“

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