Gemeinde Ostramondra

Mieterstrom für Groß und Klein

Die Gemeinde Ostramondra im Landkreis Sömmerda hat einen engagierten Bürgermeister. Axel Thomas ist seit langem bemüht, seinen Ort auf Umweltkurs zu bringen. Vor zwei Jahren hat er sich dafür eingesetzt, die Straßenbeleuchtung auf effiziente LED-Technik umzustellen. Doch das allein reichte ihm nicht.

Thomas wollte zudem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des örtlichen Kindergartens, den 35 Kinder besuchen, installieren. „Um die Stromkosten zu senken und CO2 einzusparen“, wie er sagt.

„Solar Invest“

Gemeinde Ostramondra„Über einen Tipp von der Landesenergieagentur ThEGA kamen wir dann auf das Thema Mieterstrom“, erzählt Thomas. Das Thema fand er überaus spannend, er kniete sich rein. Es gelang ihm, einen Zuschuss für Beratungsleistungen in Höhe von rund 3000 Euro von der Thüringer Aufbaubank zu bekommen. Die wiederum freuten sich über die Initiative des Bürgermeisters. „Durch Mieterstrommodelle tragen Mieterinnen und Mieter zur Energiewende bei. Das wollen wir mit unserem Programm „Solar Invest“ unterstützen“, sagt Sebastian Bohnet, Mitarbeiter der Thüringer Aufbaubank.

Die Berater begutachteten das Gebäude, kamen aber schnell zum Schluss, dass es sinnvoller sei, das viel größere Dach des Nachbarhauses zu nutzen. Das gehörte ebenfalls der Gemeinde – ein Mietshaus mit fünf Wohnungen.

Und so wurden Photovoltaikmodule mit insgesamt 9,8 Kilowatt auf dem Dach installiert – ebenfalls von der Aufbaubank bezuschusst. Die Anlage ist seit vergangenen Oktober in Betrieb und erzeugt jährlich 8580 Kilowattstunden Strom, wie Bürgermeister Thomas erzählt. Der Sonnenstrom fließt direkt zu den Mietern und in den Kindergarten – und entlastet gleichzeitig die Umwelt. Würde die Gemeinde den Strom konventionell erzeugen, würden mehr als 5600 Kilogramm CO2 in die Umwelt entweichen.

Speicher liefert nachts

Doch da die Gemeinde in Ostramondra den Kindergarten und das Mietshaus weitgehend selbstversorgen wollte, gab es einen Haken: „Die PV-Anlage produziert ja nicht kontinuierlich“, sagt Thomas. Also fehlte noch etwas: Ein Batteriespeicher. 10,56 Kilowattstunden sorgen nun dafür, dass auch nachts und an bewölkten Tagen genügend Strom zur Verfügung steht.

Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Gemeinde Ostramondra. Die allerdings verkauft die erzeugte Energie an das hessische Unternehmen prosumergy. Die wiederum verkauft die Energie zu günstigen Konditionen an die Mieter. Vor allem aber übernimmt sie die komplette Abrechnung.

Kleine Forscher

Und damit auch alle, die Großen und die Kleinen, wissen, wie viel Strom die Anlage produziert, wieviel direkt vom Dach kommt, und wie viel aus dem Speicher, wurde ein Info-Bildschirm im Eingangsbereich des Kinderartens installiert. Das kommt nicht von ungefähr. Denn in die Kita gehen „kleine Forscher“, wie Bürgermeister Thomas sagt. Und die wollen wissen, woher ihr Strom kommt.

Und so sind nicht nur die Kinder happy. Die Mieter im Wohnhaus freuen sich seither über günstigen Ökostrom und die Umwelt über so viel Engagement.


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