Die Kraft des Salzes

Den Anstoß gab ein Wissenschaftler aus Leipzig. Mit einem Marmeladenglas voll Salz war er im Jahr 2009 auf der Suche nach einem Industriepartner, um ein neues Heizsystem zu entwickeln. „Dass bestimmte Salze zum Speichern von Energie geeignet sind, ist seit Langem bekannt. Das Prinzip wird beispielsweise für Taschenwärmer genutzt“, sagt Fabian Hoppe, Prokurist der Firma. „Es als Heizsystem einzusetzen war eine neue Idee. Die fanden wir vielversprechend.“

Wärme ist das Geschäft des mittelständischen Unternehmens aus dem Landkreis Eichsfeld, das mit seinen 142 Mitarbeitern Heizkörper produziert und in die ganze Welt exportiert. Die Firma verfügte über keine eigene Entwicklungsabteilung, verschrieb sich dennoch der Forschungsarbeit und schuf zwei neue Produkte: einen latenten Wärmespeicher, die Thermobatterie SU-C, und einen latenten Warmwasserspeicher, genannt Thermobatterie L-O-T. Beide befinden sich noch in der Erprobungsphase, wobei der Warmwasserspeicher sehr viel weiter entwickelt ist.

Zur Speicherung nutzen beide Natriumacetat-Trihydrat, ein ungiftiges Salz, das sogar als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen ist und mit dem sich auch die Wissenschaft beschäftigt. Es nimmt Überschusswärme auf und ändert dabei seinen Aggregatzustand. Dadurch lässt sich die Wärme langfristig ohne Verlust speichern.

Die Energie kann aus verschiedenen erneuerbaren Quellen wie Pelletöfen, Solaranlagen oder auch Windkraft kommen.

Der Behälter besteht aus einem Edelstahlzylinder, in ihm befinden sich 35 Kilogramm des speziellen Salzes. „Er ist besonders für Ein- oder Zweifamilienhäuser geeignet, die bestehende Pufferspeicher ersetzen wollen oder eine sinnvolle Ergänzung zur Nutzung erneuerbarer Energien suchen“, sagt Fabian Hoppe. „Das Speichervolumen beträgt 150 Liter – das reicht zum Duschen für vier Personen.“ Zwei Kilowattstunden speichert die Thermobatterie L-O-T „latent“, also verborgen, die größere SU-C verfügt über eine Kapazität von 35 Kilowattstunden.

Die Nutzung von Überschussenergie ist eine der großen Herausforderungen der Energiewende. „Mit einem Latentwärmespeicher, der zeitlich unbegrenzt Energie aufnimmt, sind wir alleine auf dem Markt“, betont der Prokurist der H.M. Heizkörper GmbH & Co. KG. „Das Interesse an den Wärmespeichern ist groß, sowohl bei den Endkunden als auch bei Heizungsbauern oder Großbauunternehmen.“

In einem Feldversuch mit 1000 Einheiten wird die Thermobatterie L-O-T derzeit erprobt. Das Zusammenspiel von Mantelspeicher, Wärmeerzeugung und Abnahme soll weiter untersucht werden. Weitere Teilnehmer sind sehr willkommen.

Mehr Informationen: www.hm-heizkoerper.de