Anspruchsvolle Bewohner

Die wertvollen Gemälde und herausragenden Kunstschätze in den Denkmalen der Klassik Stiftung Weimar sind empfindlich. Sie mögen es nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt. Die Lichtmengen und die Luftfeuchtigkeit müssen stimmen. Johann Philipp Jung ist für alles Bauliche in und um die Schlösser, Dichterhäuser und Gärten der Stiftung zuständig. Energetische Sanierungen sind sinnvoll, denn der Energieaufwand für den Betrieb der 30 Gebäude ist hoch. „Unser aktuelles Projekt ist das Neue Museum. Dieses wurde 1869 als Kunstmuseum von dem Architekten Josef Zitek erbaut. Die Stromerzeugung steckte damals noch in ihren Anfängen, sodass das Museum über große Glasflächen belichtet wurde. Durch die sehr schönen, großen Oberlichter entwickelt sich hier im Sommer enorme Hitze, die weder für Ausstellungsstücke noch Besucher gut ist. Durch Ersatz der Oberlichtverglasung mit lichtdurchlässigen Photovoltaikelementen wird der Wärme- und Lichteintrag reduziert und das Sonnenlicht in Strom gewandelt.“ Der jährliche Stromertrag reicht aus, um die sommerliche Kühlung sicherzustellen, die damit CO2-neutral umgesetzt werden kann. „Mit diesem minimalen denkmalverträglichen Eingriff in die Gebäudestruktur konnten die konservatorischen Bedingungen des Museums wesentlich verbessert werden“, fasst Jung zusammen.

Bereits 2011 hatte die Stiftung zur Erfüllung ihres Stiftungsauftrags ein großes Projekt gestemmt: Im Residenzschloss Weimar wurde die notwendige Rechentechnik und deren Energieversorgung ohne nennenswerte Eingriffe in den Denkmalbestand realisiert. Das Projekt war Grundvoraussetzung für die Erweiterung der IT-Infrastruktur der Klassik Stiftung Weimar. So konnten wissenschaftlich und touristisch wertvolle Dienste und Services eingeführt werden. Es ermöglicht eine moderne Verarbeitung der Stiftungsdaten im Verwaltungssitz der Weltkulturerbestätte „Klassisches Weimar“, die bisher dezentral gesammelt und verwaltet wurden.

Das Projekt kombiniert den Einsatz eines Gasblockheizkraftwerkes mit einer Absorptionskälteanlage. Im Sommer wird die Abwärme über das Rückkühlwerk der Kältemaschine zur Kühlung genutzt, im Winter wird sie zur Gebäudeheizung eingesetzt. Die Investition hat sich in weniger als vier Jahren amortisiert.