Gutes Lernklima

Diese Schule ist ausgezeichnet: Thüringer Energieeffizienzpreis, Energieeffiziente Schule und Grüne Hausnummer. Es ist die Grundschule Johannes Falk in Weimar, ein Einzeldenkmal, auf dessen Sanierung Oberbürgermeister Stefan Wolf stolz ist: „Wir haben hier nahezu die gesamte Klaviatur der energetischen Optimierung gespielt. Alle Maßnahmen sind wirtschaftlich – das ist uns wichtig, denn man kann technisch sehr viel machen, aber nicht alles ist in einem denkmalgeschützten Gebäude sinnvoll. Wir sind sehr behutsam vorgegangen und haben ein ausgezeichnetes und beispielgebendes Ergebnis erzielt.“ 

Und das merkt man, sobald man die Schule betritt. Es ist behaglich, ganz anders, als man es von vielen alten Gebäuden kennt. Laut dem Energiemanager der Stadt, Marco Mayer, macht gerade die Kombination aus Innendämmung und zentraler Lüftungsanlage Sinn. „In einer Schule sind naturgemäß viele Menschen viele Stunden zusammen, die entsprechend Sauerstoff verbrauchen. Zu viel CO2 in der Luft führt zu Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen – kein gutes Klima für einen Lernort. Also muss für Frischluft gesorgt sein, im Idealfall ohne ständig die Fenster aufzureißen.“ Im Keller wird auch die erste Pelletheizung in einem städtischen Gebäude betrieben. Sie läuft seit über einem Jahr mit durchweg positiven Ergebnissen.

In Weimar versucht man dort etwas zu tun, wo es technisch möglich und wirtschaftlich tragbar ist. 2010 hat der Stadtrat beschlossen bei allen Neubauten und Sanierungen kommunaler Gebäude die Vorgaben der Energieeinsparverordnung um 40 Prozent zu unterschreiten.

So geschehen auch bei zwei ganz aktuellen Projekten der Stadt: „Wir haben zwei große Kitas saniert, zusätzlich von fossilen Ölheizungen auf Pelletkesselanlagen umgestellt und jeweils dezentrale Lüftungsanlagen installiert. Für die anteiligen 250.000 Euro Fördermittel mussten nachweislich 80 Prozent CO2 eingespart werden. Das hat geklappt und die Kinder fühlen sich wohl. Für uns eine lohnende Investition, nicht nur in den Bau, sondern auch und gerade in die Zukunft der Kinder, die hier täglich viele Stunden verbringen“, erläutert Stefan Wolf.