Wind in Bürgerhand

Windstrom gemeinsam ernten

Sie drehen sich und drehen sich und drehen sich: Windkraftanlagen. Menschen, die jeden Tag auf die sich munter drehenden Maschinen blicken, können schon mal neidisch auf jene werden, die damit Geld verdienen. Viel besser ist es doch, wenn jene, die nah an den Anlagen wohnen, auch profitieren. Die Wertschöpfung also vor Ort bleibt und nicht abfließt, wie es bei etwa 80 Prozent der Windkraftgewinne in Thüringen der Fall ist.

Ganz nach dem Motto von Raiffeisen: Das Geld des Dorfes, dem Dorfe. Diese Denkweise erhöht die Akzeptanz von Windkraftprojekten immens. Auf einmal reagieren Bürger nicht mehr ablehnend, sondern interessiert, schließlich profitieren sie selbst von jeder Umdrehung. Fachleute sprechen von der Bürgerenergie, die meist in Form von Genossenschaften auftritt.

Energiegenossenschaft Helmetal

Wind in BürgerhandEine solche gibt es seit 2013 auch in Thüringen. Im Jahr 2013 wurde die Energiegenossenschaft Helmetal e.G. von Hans-Jürgen Weidt gegründet. Weidt ist Aufsichtsratsvorsitzender und zugleich Bürgermeister der Gemeinde Werther in Nordthüringen. „Zu wissen: da dreht sich mein Windrad, ist ein gutes Gefühl und ein wichtiges Argument für die Anwohner und die Akzeptanz.“

Eigentlich wollte Weidt ja einen Windpark in seiner Gemeinde installieren. „Wir haben immer gesagt: wenn hier Windräder gebaut werden und wir die Anlagen sehen, dann wollen wir auch daran beteiligt sein.“ Doch da keine sogenannten Vorrangflächen für Windkraftanlagen vorhanden waren, konnte der Plan nicht verwirklicht werden.

Ass im Ärmel

Doch Hans-Jürgen Weidt hatte ein Ass im Ärmel: Er kannte den Windkraftprojektierer Energiequelle im brandenburgischen Kallinchen. Dieses Unternehmen ist seit 2011 kommunaler Partner im geplanten Windparkprojekt der Gemeinde Werther.

Und so kam es, dass Energiequelle zwei 2016 gebaute, je drei Megawatt starke Windkraftanlagen im Windpark Nentzelsrode bei Uthleben mit einer Auflage an die Stadtwerke Nordhausen verkaufte: 49,9 Prozent sollen in Form von je 500 Euro teuren Genossenschaftsanteilen an Bürger gehen. So kam Werther also doch noch an sein Bürgerwindprojekt.

Alle profitieren

Für Energiequelle ist das Projekt eine Art Schaufenster in der Region. „Wir wollten zeigen, dass wir Bürgerwind können und, dass wir das auch ernst meinen“, sagt Stefan Siegmund.

Auch die Bürger haben gut lachen. Der Kauf der Anteile sei ein lukratives Geschäft – und von der „Katze im Sack weit entfernt“, sagt Weidt. Schließlich beweisen die Anlagen seit zwei Jahren, dass sie bestens laufen und überdurchschnittliche Erträge abliefern.

In der Tat: 14.000 Megawattstunden pro Jahr – genug für rund 4000 Dreipersonenhaushalte. Übrigens: Ab sofort können die Anteile gekauft werden. Und das nicht nur von Menschen aus der Gemeinde, sondern von jedem, wie Hans-Jürgen Weidt betont: „Unsere Genossenschaft ist offen für alle!


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