Licht nach Maß

Bei der Phoenix Mecano Digital GmbH wird auf Maß gearbeitet. Sie entwickelt und baut nach Kundenwunsch das gesamte Spektrum der Elektronikfertigung. Aber auch eigene Entwicklungen werden in Wutha-Farnroda und Buttlar an den Markt gebracht. So geschehen mit den LED-Leuchtensystemen und LED-Retrofits zur energetischen Modernisierung von Straßenbeleuchtung. Für Geschäftsführer Rolf Bormet war dieser Trend bereits 2009 erkennbar: „Da die Lichtleistung der neuesten LED-Chips immer besser wurde, konnten wir technologisch abschätzen, dass LED die konventionellen Leuchtmittel im Straßen- und Außenlicht sukzessive, spätestens ab 2012, ablösen würde. Die Entwicklung eines modularen Baukastensystems hat sich für uns erfinderisch ergeben, resultierend aus physikalischen Betrachtungen zur Maximierung der Systemlebensdauer. Als neuer Hersteller konnten wir ohne Rücksicht auf bestehende Produkthistorien denken. Design to LED, form follows function, war unser Leitmotiv.“

Dass die Erfinder den richtigen Riecher hatten, zeigt die tatsächliche Entwicklung. Viele Städte und Gemeinden haben nach 2010 ihre Beleuchtung umgerüstet. Die LED-Universalmodule UM170 von Phoenix sind genau dort im Einsatz, wo eine nachhaltige Umrüstung mit höchster Lebensdauer nötig ist: in dekorativen und historischen Leuchten von Städten und Kommunen.

Selbstverständlich werden die eigenen LED-Module in allen Fertigungsbereichen, auf allen Wegen und Parkplätzen der beiden Phoenix-Firmensitze eingesetzt. Aber auch bei der Produktion ist Energieeffizienz ein wichtiger Erfolgsfaktor des Unternehmens, erklärt Rolf Bormet: „Durch die hohe Belastung von Energie mit Umlagen und Steuern steht unsere Fertigung hier unter großem Wettbewerbsdruck aus Asien und Nordamerika. Hohe Investitionen in neueste Anlagentechnik und die Modernisierung unserer Produktionsgebäude spiegeln das wider.“

Entwickelt wurde das Produkt ohne Fördergelder, weil der Einsatz sich aufgrund hoher Qualität und der damit verbundenen Lebensdauer ohne Subventionen rechnen soll. „Ohne diese Voraussetzung hätte das Produkt keine Berechtigung über Forschungsinteressen hinaus“, sagt Bormet selbstbewusst. Kritisch ist für ihn vielmehr die tatsächliche Investitionsfähigkeit der Städte und Kommunen und die Ausschreibungssystematik im öffentlichen Sektor: „Traditionelle Hersteller werden hier oft bevorteilt, einfach weil sie mit ihren veralteten Produktkonzepten bei Planern und Behörden seit Jahrzehnten tief verankert sind“, weiß Bormet aus Erfahrung. Eine Praxis, die Innovationen hemmt statt fördert. „Das ist ein wenig so, als ob man Herstellern von Kohlekraftwerken eher zutraut Windkraftwerke zu bauen, nur weil sie schon länger Kraftwerke bauen.“