Energieeffizienz statt schlafloser Nächte

Geschafft! Der Dienstleister und Hersteller von Elektronikkomponenten Profectus in Suhl hat erreicht, wovon andere träumen: maximale Effizienz. Dafür durchleuchteten externe Berater in den vergangenen Jahren das gesamte Unternehmen. Zentrale Frage war stets: „Wie können wir unseren Energiebedarf senken?“, sagt der Geschäftsführender Gesellschafter Jürgen John. Der Aufwand hat sich gelohnt: Zum einen sank die Stromrechnung, zum anderen wurde die Nachtschicht abgeschafft, das wiederum wissen die Mitarbeiter und deren Familien zu schätzen. „Wir haben alle Prozesse hinterfragt“, sagt John. Die Untersuchungen erfolgten im Rahmen einer messwertgestützten Energieeffizienzberatung, einer sogenannten Ist-Zustandsanalyse, die im ersten Schritt durch das Thüringer Programm „Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen in KMU” und in einem zweiten Schritt im Rahmen des Förderprogramms „Green Invest” des Thüringer Umweltministeriums unterstützt wurden. So konnte detailliert herausgearbeitet werden, wo welches Potenzial schlummert.

Nur noch zwei statt drei Schichten

Schnell war klar, wo der größte Handlungsbedarf besteht. Eine der größten Neuanschaffungen war eine moderne SMD-Bestücklinie – eine Art Fließband für Elektronikbetriebe. Die Anlage machte nicht nur den Prozess effizienter, sondern gleichzeitig auch die Nachtschicht überflüssig. Fortan wird nur noch in zwei Schichten gearbeitet. Das entlastet zum einen die Mitarbeiter, die nun nachts bei ihren Familien sind. Zum anderen schlug sich die High-Tech-Anlage direkt auf die Energiebilanz nieder: Die energiehungrigen Lötöfen sind seither nur noch 16 statt 24 Stunden pro Tag in Betrieb – und verbrauchen entsprechend weniger Strom. Das gleiche gilt für die Beleuchtung. Die so erreichten Einsparungen ließen den Projektverantwortlichen ein Licht aufgehen. Schnell war klar, welches Potenzial in der Beleuchtung so einer Fabrik steckt. In einem zweiten Schritt wurden deshalb alle Lampen auf hocheffiziente LED-Technik umgerüstet „Allein diese Maßnahme brachte eine Einsparung von rund 70.000 Kilowattstunden pro Jahr“, sagt John. Alles in allem konnte das Unternehmen seinen Strombezug von über einer Million Kilowattstunden auf rund 780.000 Kilowattstunden drosseln.

Die Rechnung geht auf

Profectus GmbH Electronic SolutionsAll diese Maßnahmen waren natürlich nicht umsonst. Doch die Investitionen rechnen sich: sie spiegeln sich auch in der gestiegenen Qualität der Baugruppen wieder. Andererseits fanden sich aber auch kostenlose Einsparmöglichkeiten: Messungen, die gemeinsam mit den Stadtwerken Suhl/Zella-Mehlis und der Technischen Universität Ilmenau durchgeführt wurden, zeigten, dass allein durch das geschickte Verteilen der Energielasten nennenswerte Einsparungen möglich sind. Ein Beispiel: Die SMD-Linie wird nachts ganz langsam hochgefahren. So ist die Anlage nicht nur zu Schichtbeginn auf Betriebstemperatur, sondern hat ihre Einsatzbereitschaft auch auf dem denkbar effizientesten Weg erreicht. „Allein durch solche rein organisatorischen Maßnahmen konnten wir unsere tägliche Lastspitze um rund 70 Kilowatt absenken“, sagt Jürgen John. 2015 war dann das Gebäude an der Reihe. In diesem Zuge wurde das Dach saniert und die Dämmung erneuert. Das spürten die Beschäftigten bereits im ersten Sommer: vor allem in der oberen Etage war es deutlich kühler. Im nächsten Schritt wurden die Wärme- und Kälteerzeugung sowie die Klimatisierung unter die Lupe genommen. Messungen zeigten ein großes Einsparpotenzial, vor allem am Heizkessel, der Kälte- und der Klimaanlage. Die Regelung der Gebäudetechnik wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Die Mühen haben sich gelohnt: der jährliche Wärmeverbrauch sank um stolze 173.557 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Mit dieser Energiemenge lassen sich etwa 35 Einfamilienhäuser versorgen. Profectus zeigt, wie es gehen kann. Das Unternehmen spart durch all diese Maßnahmen nicht nur Geld, sondern bewahrt gleichzeitig auch das Klima vor einem Berg an Emissionen. „Alles in allem produzieren wir jetzt jedes Jahr 157 Tonnen weniger klimaschädliches Kohlendioxid“, freut sich Jürgen John.

http://www.profectus-solutions.de/