Energiesparer sucht Nachahmer

Detlef Hauthal braucht Mitstreiter, Zeit und Geld: „Wir brauchen 50 neue Mitglieder, dann kann es noch viel weiter gehen. Und Zeit für Werbung!“ Hauthal ist Initiator und Vorstand der Energiegenossenschaft Thüringen „SOLide Solidarische Energiegenossenschaft Thüringen eG“. Alles ehrenamtlich und vor allem unermüdlich.

Die Genossenschaft betreibt acht Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern und nutzt zwei verschiedene Liefer- und Vergütungsmodelle. Ein Teil des Stroms wird vollständig ins Netz eingespeist und entsprechend vergütet. Der andere Teil kann in den Gebäuden der Anlagen verbraucht werden. „Damit arbeiten wir bereits kostendeckend“, berichtet Detlef Hauthal und ergänzt: „Ohne die Förderung über das 1000-Dächer-Solar-Programm des Freistaates Thüringen könnten unsere Kosten aber nicht eingespielt werden. Auf die Zuschüsse aus diesem Programm sind wir angewiesen.“

Ein wichtiger Vertragspartner für die Erfurter Anlagen ist der Erfurter Sportbetrieb. Mit ihm hat die SOLide eG bereits 2013 einen ersten Stromliefervertrag abgeschlossen und die Photovoltaikanlagen in Betrieb genommen. Für den Sportbetrieb ergeben sich deutliche Vorteile aus dieser Kooperation. Er erhält den vor Ort erzeugten, regenerativen Strom zu einem Preis, der unter dem durchschnittlichen Marktpreis liegt. Der Stromliefervertrag wurde ebenso wie der separate Gestattungsvertrag über eine Laufzeit von 20 Jahren abgeschlossen und gewährleistet damit Planungssicherheit für beide Seiten.

Da immer mehr Kommunen Strom aus Photovoltaik lokal erzeugen und nutzen wollen, stehen bereits weitere Projekte auf der Warteliste der SOLide eG. Und genau dafür braucht Hauthal Geld, er plant schon mal auf Sicht: „Wir denken ganz konkret über ein Musterprojekt in der Kombination von Photovoltaik und Solarthermie nach und stehen mit dem Landratsamt Nordhausen in Kontakt, um zu prüfen, welche Objekte des Landkreises sich eignen.“ Für die Zukunft setzt Hauthal auf Vernetzung: „Wir Bürger haben mehr davon, wenn wir uns in bereits etablierten Energiegenossenschaften organisieren, statt in jedem Ort eine kleine Genossenschaft zu gründen. Nur gemeinsam sind wir stark und können langfristig den Energieriesen Paroli bieten!“