Grüne Leuchte entlastet Klima und Haushalt

Sage und schreibe 14.000 Laternen beleuchten Jena. Sie bringen auf Gehwegen, Straßen, Höfen und Sportplätzen Licht ins Dunkel. Das erfordert eine Menge Energie: Jede einzelne Lampe ist pro Jahr rund 4.000 Stunden in Betrieb. Leicht vorstellbar, dass da ein ganz schöner Batzen an Betriebskosten aufläuft. „Straßenbeleuchtung ist in jeder Stadt ein großer Posten“, sagt Christopher Helbig, Abteilungsleiter Elektrotechnik beim Kommunalservice Jena. In seiner Funktion ist er auch für die Laternen der Stadt zuständig – und erkannte schnell das enorme Einsparpotenzial.

Doch beim Erkennen sollte es nicht bleiben. Handeln war gefragt. Helbig musste nur einen Blick auf die Stromrechnung der Stadt werfen: Fünf Gigawattstunden standen darauf, das sind fünf Millionen Kilowattstunden und damit genug, um rund 1.200 Vierpersonenhaushalte ein Jahr lang zu versorgen. In barer Münze ausgedrückt: Etwa eine Million Euro pro Jahr. Viel zu viel, fand Helbig und überlegte, wie er an der Preisschraube drehen könnte. Sein Blick fiel schnell auf sparsame LED-Leuchten. Die verbrauchen nur einen Bruchteil der altehrwürdigen Gasentladungslampen, die in den meisten Straßenlaternen verbaut sind.

Stromkosten für Straßenbeleuchtung  halbiert

Leuchtmittel für die Straßenlaternen in JenaEinen Knackpunkt gab es allerdings, erinnert sich Helbig: Nach der Wende wurden sämtliche Laternen der Stadt erneuert. Die alten Betonmasten wurden gegen moderne Stahllaternen getauscht. Die wollte man aus finanziellen und genauso aus Umweltschutzgründen nur ungern nach so kurzer Zeit auf den Schrott werfen. „Das hätten wir über die Stromrechnung nie wieder reingekriegt“, sagt Helbig. Also suchte er nach einer Möglichkeit, dennoch die sparsamen LED-Leuchtmittel verwenden zu können. Die fand er in einem sogenannten Retrofit-Design – einem Nachrüstsatz. Also schrieb die Verwaltung ein EU-weites Gesuch für die geplante Umrüstung aus. Den Zuschlag erhielt ein Unternehmen, das im Vergleich zu einer Kompletterneuerung der 14.000 Laternen um den Faktor zehn günstiger war, sagt Helbig: „Alles in allem kostete der Umbau nur etwa 650.000 Euro, die amortisieren sich innerhalb von anderthalb Jahren.“

„Wir haben im Frühjahr 2015 angefangen, die Leuchtmittel zu tauschen und sind immer noch dabei“, sagt Helbig. An guten Tagen seien bis zu acht Mitarbeiter damit beschäftigt. Sie fahren mit einem Kran an die Lampe heran, öffnen die Glasabdeckung und tauschen die Leuchtmittel, was je Laterne rund eine halbe Stunde dauert. Dank der Umbaumaßnahmen freut sich Christopher Helbig schon auf die nächste Stromrechnung. Die wird sich glatt halbiert haben: Von einer Million auf etwa 500.000 Euro. Doch Helbig und der Stadtverwaltung geht es nicht nur ums Geld: Mit dem Effizienzsprung vermindert sich auch der CO2-Fußabdruck Jenas: um stolze 1,5 Millionen Kilogramm. Und das kommt allen Bürgern zu Gute.