Die Burg leuchtet wieder

Er beschreibt sich als Unternehmer, Gestalter und Visionär. Muss man wohl sein, wenn man solch ein Projekt stemmen will. Sven-Erik Hitzer war langjähriger Pächter der Burgschänke auf der Leuchtenburg, als er dem Verfall der „Königin des Saaletals“ nicht länger zusehen will und anpackt. 2007 gründet er kurzerhand eine Stiftung und kauft die 800 Jahre alte Anlage vom Land Thüringen, das bis dahin vergeblich einen Käufer gesucht hat.

Um die marode Infrastruktur sanieren zu können, wirbt er Fördermittel ein und fängt quasi bei null an: „Wir mussten erst einmal die simpelsten Dinge machen: Strom, Trinkwasser, Abwasser und Kläranlage. Die Burg stand ja zu 60 Prozent leer, da war seit Jahrzehnten nichts gemacht worden.“

Als Unternehmer war Hitzer klar, dass man so ein Gebäude nur betreiben kann, wenn die Betriebskosten so gering wie möglich sind. Also wurde die Energieeffizienz bei der Sanierung groß geschrieben: „Eine Burganlage ist auf den ersten Blick eigentlich genau das Gegenteil von Energieeffizienz, denn sie wurde als Verteidigungsanlage und Zuchthaus gebaut. Unsere Herausforderung war es, die Leuchtenburg sowohl energetisch als auch bauklimatisch und damit finanziell in den Griff zu bekommen.“

Energetisches Herz der ganzen Burg wurde die neu gebaute Technikzentrale. Eine Biomassefeuerungsanlage versorgt die insgesamt sieben Gebäudeteile mit Wärme. Alle drei Neubauten auf der Burg wurden nach den Standards der Energieeinsparverordnung (EnEV) errichtet und mit vorgesetzten Isolierfassaden gedämmt. 60 Baufirmen und sieben Jahre waren nötig, um die Leuchtenburg zu dem Schmuckstück zu machen, das sie heute ist.

Tourismusexperte Hitzer füllte die Leuchtenburg mit Leben, indem er 2014 die Dauerausstellung „Porzellanwelten Leuchtenburg“ eröffnete. Dafür bekam er bereits den Thüringer Tourismuspreis, den Marketing-Award „Leuchttürme der Tourismuswirtschaft“ und ist nominiert für den Europäischen Museumspreis 2016.

In den mehr als 1000 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsbereichen kamen überwiegend LED-Leuchtmittel und Niedrigenergielampen zum Einsatz. Neben dem Torhaus wurde eine Elektrotankstelle errichtet, um das nachhaltige Konzept der Burganlage mit der individuellen Anreise der Gäste zu kombinieren. Dank Hitzers Energie leuchtet die Leuchtenburg wieder über dem Saaletal – und das ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.