Wärme aus der Tiefe

Die Leuchtturm-Kinder

Der Kindergarten „Am Sperlingsberg“ in Großkochberg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist nicht irgendeiner. Die 70 Jungen und Mädchen, sowie die Erzieher verbringen ihren Tag in gewisser Weise in einem Leuchtturm: Das Gebäude wurde aufwendig nach energetischen Gesichtspunkten saniert – und strahlt seither ins gesamte Land hinaus.

„Wir haben die Heizung von Heizöl auf oberflächennahe Geothermie und Wärmepumpen umgestellt“, sagt Toni Hübler. Der Bürgermeister der Gemeinde Uhlstädt-Kirchhasel ist mächtig stolz auf den Umbau. Schließlich sei der mit seinem Heizungskonzept ein absolutes Referenzprojekt. Bislang verbrauchte die Heizung jährlich 9000 Liter Heizöl und verursachte 28 Tonnen CO2. Damit ist jetzt Schluss.

Warmer Boden

Seit dem Umbau saugen sechs Erdwärmesonden, die unter dem Spielplatz des Kindergartens rund 100 Meter tief in den Boden reichen, die Wärme aus dem immerwarmen Grund. In den Rohren zirkuliert Wasser, das im Erdinnern erwärmt wird und über Tage von einer Wärmepumpe weiter erhitzt wird. Das warme Wasser durchfließt anschließend die Rohre der Fußbodenheizung und der extra groß dimensionierten Heizkörper – so haben es die Kleinen schön warm.

LED-Straßenbeleuchtung in StepfershausenIm Rahmen der Umbauarbeiten wurden auch neue Fenster eingebaut, das Dach und die Wände isoliert und der Sanitärbereich umgebaut. Seither ist das Raumklima total angenehm, sagt die Kindergartenleiterin Uta Hofmann: „Das ist tatsächlich ein ganz anderes Wohlfühlklima.“ Alles in allem haben die Arbeiten rund 600.000 Euro gekostet. 400.000 Euro flossen in Form von Fördermitteln aus dem Konjunkturprogramm 2.

Lernprojekt

Gleichzeitig ist der Erdwärme-Kindergarten ein Lernprojekt. Die Kinder hätten fasziniert mitangesehen, wie die Sonden im Boden vergraben wurden – und geben ihr Wissen über die Erdwärme nun auf ihre Art weiter. Zudem, sagt Uta Hofmann, kämen immer wieder Eltern auf sie zu, die wissen wollen, was das denn sei, diese Geothermie. Sie erkläre das dann ausführlich.

Erhebliche Investitionen

Dass sich solch ein Umbau lohnt, liegt auf der Hand. „Das rechnet sich auf jeden Fall. Wir konnten die Heizkosten um 75 Prozent reduzieren, und den CO2-Ausstoß auch um ein beachtliches Maß senken“, sagt Karl-Heinz Bartl, der mit seinem Ingenieurbüro die Umbauten vornahm.

Auf kommunaler Ebene sei es dennoch schwer, die Mittel für derart aufwendige Vorhaben aufzubringen, sagt Bürgermeister Hübler. Dabei seien gerade Kindergärten für die Technik prädestiniert. Zum einen böten sie das ideale Heizverhalten: fünf Tage lang dieselbe Temperatur, ohne plötzliche Schwankungen. Zum anderen seien die Flächen vorhanden – pro Kind sind zehn Quadratmeter Freifläche vorgeschrieben. Da lassen sich doch elegant Erdwärmesonden einbringen, von denen man an der Oberfläche gar nichts sieht.


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