Wind und Naturschutz

Im Einklang mit der Natur

Windkraftanlagen können ein wahrer Segen für die Umwelt sein. Denn je nach Größe der Anlage und je nach Standort werden Ausgleichsmaßen umgesetzt. Da werden Biotope angelegt, Bachläufe renaturiert oder bebaute Flächen entsiegelt. Spezialisten berechnen präzise, in welchem Rahmen solche Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden. So profitiert die Umwelt nicht nur durch CO2-freien Strom, sondern wird auch noch schöner und natürlicher.

Geregelt sind die Maßnahmen im Bundes-Immissionsschutzgesetz. Es schützt vor schädlichen Umwelteinwirkungen und ist ein wichtiges Teilgebiet des Umweltrechts. Auch und besonders für die Windkraft ist es von Bedeutung.

Windkraft und Naturschutz

Wind und NaturschutzEin gelungenes Beispiel, wie Windkraft und Naturschutz in Einklang kommen, liefert der Windpark Heldrungen im Kyffhäuserkreis. Hier wurden 2016 drei Windenergieanlagen errichtet.

Dabei schienen die Bedingungen zunächst gar nicht gut. Die Kommune hatte schlicht keine Flächen mehr für Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung. „Die kurz zuvor gebaute Autobahn 71 hat alle Ausgleichsflächen genommen“, sagt Kerstin Veit, Leiterin Projektentwicklung beim Windkraft-Projektierer Sabowind in Freiberg.

Enge Zusammenarbeit

Doch ohne Ausgleich kein Windrad. „Wir haben eng mit den Naturschutzbehörden zusammengearbeitet und dann nach Privatpersonen gesucht, die noch Flächen zur Verfügung haben“, sagt Veit. Und so lernte sie Hubertus Fehring kennen. Wobei sie ihn, genau genommen, bereits kannte. Fehring gehören auch die Flächen, auf denen zwei der drei Windräder stehen.

Ein Glücksfall war es, dass ihm auch eine 3,7 Hektar große Streuobstwiese in der Nähe gehört. Die frühere Kirschplantage bot den Grün- und Grauspechten und dem Neuntöter keine optimalen Bedingungen – „sie war extrem verbuscht“, sagt Fehring. Deshalb bot sie sich als Ausgleichsfläche an.

Mit den Einnahmen aus den Windkraftanlagen wird die ehemalige Kirschplantage nun regelmäßig gepflegt. Schafe, die die Fläche beweiden, beugen einer erneuten Verbuschung vor. Das verbessert die Funktionen von Boden und Wasser. „Das jetzige Habitat bietet optimale Bedingungen. Auf dem Grünland können sich ferner Blühpflanzen entwickeln“, sagt Fehring.

Grundschule, Bibliothek, Feuerwehr

Und nicht nur die Vögel freuen sich. Auch die Bürger der Stadt Heldrungen sehen in den Ausgleichsmaßnahmen einen Mehrwert für ihre Stadt. Zudem profitieren sie von den Gewerbesteuereinnahmen.

Und dann sind da noch die Zuwendungen an die Gemeinde in Höhe von 30.000 Euro jährlich. Die fließen etwa in die Schmücke-Grundschule, die Bibliothek Heldrungen, den Mittelaltermarkt, die Feuerwehr und den Ausbau und den Erhalt der Spielplätze in der Gemeinde.


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